P012 – Bildforensik

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GESAMTBEWERTUNG iGesamtbewertungDefinition: Zusammenfassende Einstufung des Klärungsstands.Status: Teilgeklärt (Klärungsgrad 60 %).Quelle: aus K, A und T abgeleitet, S separat.

Teilgeklärt · 60 % iKlärungsgrad-Skala0–33 %: rot — schwach34–66 %: gelb — teilweise67–100 %: grün — geklärtAktuell: 60 % (mid)
Skala: 0 % offen … 100 % geklärt

OFFENER KLÄRUNGSBEDARF iOKB-BerechnungFormel: OKB = K · (5 − A) · TAktuell: 3 · 2 · 2 = 12Skala: 0 bis 125 (Maximum 5·5·5)

12 / 125 = K · (5−A) · T = 3 · 2 · 2
Skala 0–125 · Maximum 5·5·5
K · KRITIKQUALITÄT iK · KritikqualitätDefinition: Substanz und Prüffähigkeit des Einwands.K = 3 (prüfbar): aktuelle Einstufung.Skala-Hinweis: K=4 würde eine Stufe stärker bedeuten.Skala-Hinweis: K=2 würde eine Stufe schwächer bedeuten.
3 / 5 prüfbar
A · ANTWORTQUALITÄT iA · AntwortqualitätDefinition: Erklärtiefe und Quellenlage der Standardantwort.A = 3 (plausible Erklärung): aktuelle Einstufung.Skala-Hinweis: A=4 würde eine Stufe stärker bedeuten.Skala-Hinweis: A=2 würde eine Stufe schwächer bedeuten.
3 / 5 plausible Erklärung
T · TRAGWEITE iT · TragweiteDefinition: Reichweite des Punkts für die Gesamteinschätzung.T = 2 (Plausibilitätsfrage): aktuelle Einstufung.Skala-Hinweis: T=3 würde eine Stufe stärker bedeuten.Skala-Hinweis: T=1 würde eine Stufe schwächer bedeuten.
2 / 5 Plausibilitätsfrage
S · SICHERHEIT iS · SicherheitDefinition: Belastbarkeit der Einordnung (Skala 1–3).S = 3 (robust): aktuelle Einstufung.Skala-Hinweis: S=2 würde eine Stufe schwächer bedeuten.
3 / 3 robust

KRITIK & ANTWORT

!KRITIKPUNKT

  • Fadenkreuze liegen hinter Objekten.

ORGANISATIONSANTWORT

  • Laut NASA (Astronaut Still Photography During Apollo) ist das scheinbare Verschwinden von Fadenkreuzen (Réticules) hinter hellen Objekten ein bekannter fotografischer Effekt: Überbelichtung (Halation).
  • Sehr helle Bildbereiche – etwa weiße Astronautenanzüge oder stark reflektierende Oberflächen – überstrahlen die dünnen, dunklen Fadenkreuzlinien auf dem Film.
  • Der Effekt tritt bei jeder Kamera mit Réseau-Platte auf, wenn helle Objekte die Kontrastgrenze des Films überschreiten.
  • Zusätzlich können Scan- und Reproduktionsprozesse (Abzüge, Digitalisierung) den Effekt verstärken.
  • In den hochauflösenden Originalscans sind die Fadenkreuze durchgehend vorhanden.

BEWERTUNGS-BEGRÜNDUNG

K · KRITIKQUALITÄT · K=3 (prüfbar)
Begründung — warum dieser Wert?
  • K=3: Fadenkreuze hinter Objekten sind ein konkretes, bildanalytisch prüfbares Artefakt.
  • Im Hadley-Study wird es mit Forschungsmittel dokumentiert.
  • Es geht über Eindruck hinaus und ist als konkreter technischer Einwand eine Belegkritik.
Skalen-Anker — warum nicht höher / niedriger?
  • Nicht K=2, weil eine dokumentierte Bildforensik-Quelle vorliegt.
  • Nicht K=4, weil die Erklärung (Überbelichtung heller Objekte frisst dünne schwarze Fadenkreuze) in der Reseau-Mechanik plausibel ist.
A · ANTWORTQUALITÄT · A=3 (plausible Erklärung)
Begründung — warum dieser Wert?
  • A=3: Die Standardantwort erklärt Saturation/Bleeding heller Bildbereiche als Ursache.
  • Der Mechanismus ist plausibel und auf Kameratests reproduzierbar, jedoch wird die Saturation nicht für jedes kritisierte Einzelbild photometrisch vorgerechnet.
Skalen-Anker — warum nicht höher / niedriger?
  • Nicht A=4, weil keine durchgehend punktgenaue Rekonstruktion der kritisierten Bilder vorliegt.
  • Nicht A=2, weil der Mechanismus belegt und experimentell reproduzierbar ist.
T · TRAGWEITE · T=2 (Plausibilitätsfrage)
Begründung — warum dieser Wert?
  • Sachkern: „Fadenkreuze hinter Objekten sind ein konkretes, bildanalytisch prüfbares Artefakt." Die Kritik stellt eine optisch-bildbezogene Plausibilitäts-Frage dar; sie betrifft eine konkret prüfbare Detail-Beobachtung, nicht jedoch eine systematische Auswertungs-Methodik oder eine Mission-Hauptaussage.
  • Tragweite niedrig-mittel (T=2 Plausibilitätsfrage).
Skalen-Anker — warum nicht höher / niedriger?
  • Nicht T=3 (Methodenfrage), weil hier kein systematisches Auswertungs-Verfahren in Frage steht, sondern eine systematische Bild-Auswertungs-Methodik erst auf der nächsthöheren Ebene betroffen wäre.
  • Nicht T=1 (Randdetail), weil die Aussage über ein reines beiläufiges Bild-Detail ohne Aussagewert hinausgeht und eine prüfbare Plausibilitäts-Behauptung enthält.
S · SICHERHEIT · S=3 (robust)
Begründung — warum dieser Wert?
  • S=3 (robust): die in Begr-A genannte Belegquelle dokumentiert die Sachlage konvergent und reproduzierbar; die Befundkette ist quellengestützt nachprüfbar.
  • Kurz-Belegbasis: Die Standardantwort erklärt Saturation/Bleeding heller Bildbereiche als Ursache.
Skalen-Anker — warum nicht höher / niedriger?
  • S=3 ist Maximalwert der Skala.
  • Nicht S=2 (plausibel), weil die in Begr-A genannte Quelle durch mindestens eine weitere unabhängige Quelle konvergent bestätigt wird.

OFFEN / VERTIEFBAR

  • für jeden Hauptfall Originalframe, frühe Kopie und späte Reprofassung nebeneinanderstellen; erst dann Fadenkreuz, Objektkante und Überstrahlungszone bewerten.
  • Offener Prüfbedarf erweitert: Originalmaterial, Erstveröffentlichung, Kompressionskette und mögliche KI-/Edit-Spuren vor jeder Artefaktdeutung separat prüfen.

QUELLEN

1Q1 · KRITIK-QUELLE

AULIS – Hadley: a study in fakery
https://www.aulis.com/PDF/hadley_study.pdf

2Q2 · ANTWORT-QUELLE

Astronaut Still Photography During Apollo
https://www.nasa.gov/history/astronaut-still-photography-during-apollo/